Dienstag, 13. August 2013

Forscher finden mögliche Erklärung für Nahtoderlebnis


Wenn das Leben zu Ende geht, dreht das Gehirn noch einmal auf: An Ratten konnten Forscher nachweisen, dass die Hirnaktivität kurz vor dem Tod stark ansteigt. Auf diese Weise könnten auch Nahtoderfahrungen entstehen.

Nach einem Herzstillstand steigt die Hirnaktivität kurzzeitig deutlich an. Dieses Ergebnis einer Tierstudie widerspricht Annahmen, dass die Tätigkeit des Denkorgans beim Prozess des Sterbens langsam versiegt. Stattdessen könnte die Untersuchung Berichte von Nahtoderfahrungen bestätigen, die Überlebende eines Herzstillstands als besonders reell empfinden. Das berichten Forscher der University of Michigan in Ann Arbor in den "Proceedings" der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften ("PNAS").
Etwa jeder fünfte Überlebende eines Herzstillstands berichtet von Nahtoderfahrungen. Diese weltweit und bei verschiedenen Kulturen auftretenden Erlebnisse werden oft als extrem lebhaft, klar und ungewöhnlich reell geschildert. Allerdings streitet die Fachwelt darüber, ob es sich um eine bewusste Wahrnehmung handelt. Viele Wissenschaftler sind der Meinung, dass die Hirnaktivität nach einem Herzstillstand und dem Stopp der Nährstoffversorgung endet und keine koordinierten Abläufe mehr möglich sind.

Überrascht von Nahtod-Aktivität
Doch das scheint nun nicht mehr sicher. Die Hirnforscher um Jimo Borjigin verglichen die Hirnaktivitäten von neun Ratten im Wachzustand, unter Narkose und nach einem Herzstillstand. "Falls die Nahtoderfahrung von einer Hirnaktivität stammt, sollte man neuronale Bewusstseinskorrelate bei Menschen oder Tieren nach dem Ende der Blutversorgung des Gehirns identifizieren können", sagt Borjigin. Bei neuronalen Korrelaten handelt es sich um Bewusstseinszuständen, die sich aus Hirnströmen ablesen lassen.
Und tatsächlich zeigten alle Tiere in den ersten 30 Sekunden nach dem Herzstillstand auffällig synchrone Muster von Gamma-Hirnwellen, als ob das Gehirn wach und extrem stimuliert wäre. "Das hohe Maß der Aktivität überraschte uns", sagt der Neurochirurg George Mashour. "Viele elektrische Merkmale des Bewusstseins überstiegen sogar die Werte des Wachzustands. Das deutet darauf hin, dass das Gehirn im frühen Stadium des klinischen Todes zu gut organisierter elektrischer Aktivität fähig ist."
"Nahtoderfahrungen sind ein biologisches Paradox, das unser Verständnis vom Gehirn herausfordert und angeführt wird als Beleg für ein Leben nach dem Tod und für ein menschliches Bewusstsein, das nicht vom Körper abhängt", schreiben die Forscher. Die Studie liefere nun einen wissenschaftlichen Erklärungsansatz für solche Erfahrungen.


Gordon Smith - the "psychic barber" - speaks about "life after death" 

Gehirn wie im Leerlauf
"Die Untersuchung zeigt wohl erstmals ein Hirnstrom-Abbild des Bewusstseins nach einem Herzstillstand", sagt Michael Schroeter von der Universitätsklinik Köln. Der Neurologe glaubt, dass der versiegende Input von außen das Gehirn noch kurz zu Hyperaktivität treiben könnte. Er vergleicht das mit einem Motor, der unter Last langsamer dreht als im Leerlauf. "Ohne Input von außen, im Leerlauf also, dreht die Maschine etwas höher", sagt er.
Mangels Input seien die Hirnwellen der Tiere zudem rhythmischer, weil sie nicht durch Reize von außen moduliert würden. Dies beweise aber nicht, dass die Hyperaktivität des Gehirns auch die Ursache von Nahtoderfahrungen sei, betont der Experte. "Aber es ist erstmals ein attraktiver Erklärungsansatz."

Dienstag, 6. August 2013

Checkliste für Patienten und Umkreissuche für Heileradressen


Dachverband geistiges Heilen e.V. zählt Verbraucherschutz durch Aufklärung zu seinen wichtigsten Aufgaben

Spiritualität, Sinnsuche und die Sehnsucht, als Mensch ganzheitlich wahrgenommen und behandelt zu werden, haben Hochkonjunktur. So erfreulich es einerseits ist, dass diese Themen zunehmend Eingang in den Lebensalltag finden, so aufmerksam muss man sein, wenn „Märkte“ erschlossen und Trends vermarktet werden. Die Angebote im sogenannten alternativen Bereich sind so enorm vielfältig und zahlreich geworden, wie auch die Nachfrage an alternativen Heilweisen wächst. Dies betrifft auch die große Bandbreite geistiger bzw. spiritueller Heilweisen und Heiler aller Couleur.




Der Dachverband Geistiges Heilen e.V. (DGH), der es als eine seiner wichtigsten Aufgaben ansieht, über geistiges Heilen und Heiler aufzuklären und somit Patienten und deren Angehörige vor unseriösen Angeboten zu schützen, hat auf seiner gerade aktualisierten Homepage www.dgh-ev.de vielfältige Informationen zu geistigen Heilweisen sowie eine kleine Check-Liste als Patienteninformation zusammengestellt, die bei der Auswahl helfen sollen. Zu finden sind hier auch mit Hilfe einer einfach zu bedienenden „Suchmaschine“ Adressen von Heilern, die DGH-Mitglieder sind. Diese Heiler haben sich per Unterschrift zur Einhaltung eines Ethik-Kodex verpflichtet, der u.a. die Rechte von Patienten sichern helfen soll.

Auf den Internetseiten des DGH e.V. ebenfalls zu finden sind Informationen zu geistigen Heilweisen, zur Arbeit von Heilern, kompetente Ansprechpartner für Fragen von Hilfesuchenden und deren Angehörigen, Informationen zur rechtlichen Situation, Informationen zum Verein und dessen Aufgaben, aber auch Informationen für Mitglieder sowie Programm und Kartenvorverkauf für den 12. Kongress Geistiges Heilen, der vom 4. bis 6. Oktober 2013 in Rotenburg a.d. Fulda stattfindet und Heiler, Heilpraktiker, Ärzte, Therapeuten und Pflegefachkräfte sowie interessierte Laien als Zielgruppen hat.

Besuchen Sie unsere Website: www.spirit-tv.de

Dienstag, 30. Juli 2013

Über Sex und Beziehung, Glücksyoga, Yoga Retreats und Superfoods


YOGA Deutschland – jetzt neu am Kiosk

Die zweite Ausgabe des Magazins YOGA Deutschland ist ab dem 30. Juli 2013 im Zeitschriftenhandel erhältlich. Nach dem erfolgreichen Start auf dem deutschsprachigen Markt bietet das neue Heft Informationen für ein bewusstes Leben, yogische Tipps für mehr Achtsamkeit im Liebesleben, einen Reiseführer mit den besten 30 Yoga-Retreats, Asanas für jedes Yoga-Level und einen Leitfaden zum Thema Superfoods.

Hier finden Sie ein gelungenes Beispiel für ein lebenslang praktiziertes Yoga:




YOGA Deutschland wird von Ultimate Guide Media herausgegeben und erscheint jeden zweiten Monat. Die trendige Publikation hat sich auf alle Themen rund um Yoga, Wohlbefinden und natürliches Leben spezialisiert. In jeder Ausgabe gibt es Interviews und Stories zu den Themen Schönheit, Mode, Reisen, Ernährung und Neues aus der Welt des Yoga und der Fitness.

Das Schwerpunktthema Sex und Beziehungen gibt yogische Tipps für mehr Achtsamkeit im Liebesleben. Wie die innere Zufriedenheit verbessert werden kann zeigt der Artikel über Glücksyoga. Im Interview erklärt die Spirit-Gründerin Patricia Thielemann was einen guten Yogalehrer ausmacht. Weitere Hauptthemen drehen sich um Reisen und Ernährung. Die zweite Ausgabe von YOGA Deutschland enthält ein en Reiseführer mit den besten 30 Yoga-Retreats und einen Leitfaden zum Thema Superfoods. Beim Preisausschreiben können die Leser eine private Yogastunde mit Gabriela Bozic gewinnen.

YOGA Deutschland ist in Kürze auch als digitaler Download über den Apple Newsstand als interaktive App erhältlich. Die gedruckte Ausgabe wird für 5,90 Euro bei allen großen Händlern in Deutschland, Österreich und der Schweiz angeboten. Weitere Informationen zu YOGA Deutschland auf www.yoga-deutschland.de

Dienstag, 23. Juli 2013

12. Kongress Geistiges Heilen des DGH e.V. vom 4. bis 6. Oktober 2013


Vielfältig und interessant verspricht auch der 12. Kongress geistiges Heilen des Dachverbandes geistiges Heilen e.V. in Rotenburg a.d. Fulda zu werden: Mehr als 60 Vorträge und Workshops mit 42 Referentinnen und Referenten stehen auf dem Programm.

Die Themenpalette weist ein breites Spektrum auf – Menschen, die geistige Heilweisen kennen lernen wollen, kommen ebenso auf ihre Kosten wie erfahrene Heiler, Heilpraktiker, Ärzte und Therapeuten. Zu den Referenten, die mit geistigen Heilweisen vertraut machen, zählt der international namhafte Reiki-Fachmann Walter Lübeck, der „Magic Power Drums“, eine Heilungszeremonie mit Trommeln und Mantras veranstaltet, und „Neue Einsichten zum Thema Aura- / Chakralesen“ vermittelt. Stefanie Menzel, Bestseller-Autorin im Schirner Verlag und im gesamten deutschsprachigen Raum gefragte Referentin, wird in die Lebensphilosophie der Heilenergetik einführen. Mit dabei sind auch die beliebte Heilerin Graziella Schmidt, die immer wieder Teilnehmer ihrer Workshops „Im Herzen berührt“, Master Sai Cholleti der mit der Prana-Heilungsmethode bekannt macht, und die populäre Sängerin und Heilerin Sabine van Baaren, die mit ihrer Stimme Menschen im tiefsten Inneren erreicht und sie zu eigenem Gesang inspiriert.



Dr. Wolf Müller, erfahrener und engagierter Psychiater, setzt sich in einem Vortrag und anschließender Diskussion mit den Fragen auseinander: „Warum brauchen wir eine neue Psychiatrie?“ – und wie sollte diese aussehen. Dr. Lothar Hollerbach befasst sich mit „Quantenheilung – Bewusstseinsmedizin“ und der Nahtod-Experte Prof. Dr. Walter van Laack referiert zum Thema „Ewiges Leben durch universelle Gesetzmäßigkeiten“.

Natürlich haben die Kongressbesucher auch 2013 wieder die Möglichkeit, geistige Heilweisen durch kostenlose Behandlungen von Heilern während der Kongresstage kennenzulernen.

Programm und Kartenverkauf (vergünstigter Vorverkauf bis 15. August): www.dgh-ev.de

Montag, 24. Juni 2013

Was wiederkehrende Träume bedeuten


Verfolgungsszenen, Angst vor der Prüfung, der Tod eines geliebten Menschen: Manche Träume kennt fast jeder, oft hat man sie immer wieder. Traumforscher sind den wiederkehrenden Mustern auf der Spur.

Wieder steht sie vor der Abi-Matheprüfung, wieder weiß sie: Sie wird sie nicht bestehen. Zu groß ist ihr Wissensrückstand, der sich seit Wochen auftürmt. Sie hat keine Chance. Dann schreckt Karin Töllen* aus dem Traum. Das Abitur hat die 32-jährige PR-Fachfrau seit 14 Jahren in der Tasche. Trotzdem wacht sie mehrmals im Monat schweißgebadet aus dem Prüfungstraum auf.

Doch warum träumen wir immer wieder das Gleiche - und was hat das zu bedeuten? Für Sigmund Freud war der Traum ein Königsweg zum Unbewussten, für Neurowissenschaftler lange nicht mehr als ein sinnloses Neuronengewitter. Der Prüfungstraum gehört zu den "typischen Träumen", so nennen Traumforscher Wiederholungsträume, die mit geringer inhaltlicher Abweichung stabil auftreten.

Weitere Klassiker unseres Kopfkinos sind das Verfolgtwerden, Zuspätkommen, Nacktsein oder der Tod nahestehender Personen. Traumforscher auf der ganzen Welt beobachten sie über Alter, Nationalität, Geschlecht und Kultur hinweg. In Amerika oder Japan träumen Menschen ähnliche Dinge wie in Deutschland.

Antonia Zadra und Tore Nielsen sind Traumforscher an der Universität Montreal. Sie erweiterten Ende der neunziger Jahre den "Typical Dream Questionnaire", der bereits in den fünfziger Jahren entwickelt wurde, zu einem Fragebogen mit 55 Traumthemen. Die Forscher staunten bei mehreren Durchgängen über die erstaunlich stabilen Platzierungen auf der Liste der Top-Träume: Verfolgtwerden war mit 81,5 Prozent Spitzenreiter, Prüfungen, Lehrer und Schule beschäftigten 72,4 Prozent der Schläfer. Doch bedeuten die Träume ähnliches?



hier finden Sie den vollständigen Artikel:

http://www.spiegel.de/gesundheit/psychologie/traumforschung-was-wiederkehrende-traeume-bedeuten-a-902853.html


Dienstag, 18. Juni 2013

Wasser – Quell des Lebens - III. Wasser-Symposium in Bad Füssing – 27.-28. Juli 2013


Zum dritten Mal findet in der Kur- und Gesundheitsmetropole Bad Füssing das „Wassersymposium“ statt. Hochkarätige Referenten halten Vorträge für Fachpublikum und Laien rund um das Thema „Wasser – Quell des Lebens“. Am Samstag und Sonntag, den 27. und 28. Juli berichten international renommierte Ärzte und Wasserforscher über neueste Erkenntnisse der Forschung über „Lebendiges Wasser“ und dessen erfolgreichen Einsatz in der Medizin. Die positiven Erkenntnisse teilen sich Naturheilkunde und Schulmedizin gleichermaßen, letztlich zum Wohle des Patienten. Ein besonderes Highlight sind die Erkenntnisse der Studie von Dr. Axel Weber „Wasser in der Krebstherapie“. Auch dieses Jahr wieder führt Fernsehmoderator Jürgen Fliege durch die gesamte Veranstaltung Der Eintritt des von der St. Leonhards-Stiftung initiierten Wasser-Symposiums ist frei.

Darum geht es: „Lebendiges Wasser“

Die Forschungen rund um das Thema „Lebendiges Wasser“ bringen immer weitere bahnbrechende Erkenntnisse für die Anwendung in der Gesundheits-Vorsorge und begleitenden Therapie. Wie die Referenten umfassend erläutern, ist gesundes Wasser eine unbedingte Grundlage für ein gesundes Leben. Der grundsätzlich wirksamste medizinische Ansatz liegt vor allem in der Prävention und Prophylaxe. Hier spielt gesundes Wasser eine besondere Rolle, so die Erfahrung von Dr. Michael Zellner, Facharzt für Urologie und Leiter der urologischen Abteilung der Johannesbad Fachklinik in Bad Füssing. Dies erläutert er eindringlich in seinem Vortrag über Präventionsmedizin. Dr. Kirsten Deutschländer, Allgemeinmedizinerin und Buchautorin aus Regen in Bayern referiert in ihrem Impulsvortrag „Wie ganzheitliche Prävention funktionieren kann“. „Die Zeit zum Umdenken ist gekommen, wir brauchen ein neues Verständnis von Heilung sowie wirksame und gleichzeitig sanfte Methoden“, so ihr Credo.

Wasser in der Krebstherapie und Homöopathie

Ein Highlight der Veranstaltung sind die Studien-Ergebnisse von Dr. Axel Weber, Chefarzt der Klinik Marinus am Stein in Brannenburg und ehemaliger Oberarzt von Professor Julius Hackethal. Er hat in einer groß angelegten Wasserstudie mit rund 300 Probanden die Wirkung von Wasser auf die Senkung der freien Radikale bei Tumorpatienten belegt. Fast schon eine Sensation für die gesamte Medizin: Lebendiges Wasser in der Krebstherapie. Über die Rolle der Heilkraft des Wassers in der Homöopathie informiert Dr. Jörg Hildebrand, bekannter Arzt für klassische Homöopathie aus Österreich, in seinem Vortrag. Heuer stellt er die Ergebnisse einer homöopathischen Arzneimittelprüfung mit Lebendigem Wasser vor und seiner Bedeutung in der Homöopathie.

Lebendiges Wasser in der Medizin

Die Erkenntnisse der Ärzte und Experten dürften in der Medizin für Furore sorgen. So berichtet Dr. med. Hans-Peter Friedrichsen, Kongressleiter der Medizinischen Woche in Baden-Baden eindrucksvoll über die positiven Ergebnisse der Erfahrungsheilkunde mit „Lebendigem Wasser“. Dieses zeichnet sich auch dadurch aus, dass es natürlich – als „artesiche Quelle“ – an die Erdoberfläche tritt und nicht durch Pumpvorgänge in seiner Wasserqualität beeinträchtigt wird, so Dr. med. Lutz Koch, Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin aus Graal-Müritz. Prof. Dr. med. Karin Kraft, Leiterin des Lehrstuhls für Naturheilkunde an der Universität Rostock erläutert die Wirkungen der Trinkkuren mit „Lebendigem Wasser“ und die Rolle der Wasser-Auswahl für den Patienten mittels sogenannte „Sensorik-Tests“.

Rahmenprogramm mit „Wasser-Sensoriktest“

Die jeweils 45-minütigen Vorträge der Fachreferenten beginnen immer zur vollen Stunde und können auch einzeln besucht werden. Für alle Besucher gibt es zudem den „Wasser Sensoriktest“, bei dem jeder sein „optimal schwingendes“ Wasser herausfinden kann.




Weitere Informationen unter www.wassersymposien.info

Montag, 27. Mai 2013

Der Heiler von Sansibar - Gefragter Medizinmann


Kranke aus der ganzen Welt reisen nach Sansibar, um sich vom Medizinmann Madawa heilen zu lassen. Der kann mit unorthodoxen Methoden angeblich selbst Eifersucht bekämpfen. Seine Botschaft ist einfach: Auf Ernährung kommt es an. Und auf Sex.



Auch die junge Frau mit der tauben Wange, der man im Krankenhaus nicht helfen konnte und die an diesem Morgen etwas scheu Madawas Praxis betritt, fragt der Heiler zunächst nach ihrem Stuhlgang.
"Wie oft waren Sie gestern auf der Toilette?", fragt Madawa.
"Gar nicht", sagt die junge Frau.
"Und vorgestern?", fragt Madawa.
"Auch nicht. Vor drei Tagen das letzte Mal. Aber ich bin hier wegen meiner Wange", sagt sie.
"Wie oft essen Sie am Tag?", fragt Madawa.
"Dreimal."

Madawa nimmt ein Blatt Papier und fängt an zu rechnen. "Zwei Tage à drei Mahlzeiten macht sechs Mahlzeiten. Plus das Frühstück heute, also sieben", murmelt er. "Rechnen wir mit 600 Gramm Essen im Schnitt pro Mahlzeit." Er schaut von seinem Blatt auf und der Frau in die Augen: "In ihrem Körper sind wahrscheinlich mehr als drei Kilo, die raus müssen. Und sie wundern sich, dass Ihnen etwas wehtut, sei es die Wange oder was anderes."
Die Frau lächelt verlegen.
Madawa oder "Mr. Madawa" wie ihn die meisten Menschen auf der Insel nennen, ist der angesehenste Medizinmann Sansibars. Aber längst kommen die Patienten nicht mehr nur aus allen Ecken der Insel zu ihm. Sie kommen auch vom tansanischen Festland herüber und sie kommen eingeflogen aus Deutschland, Südafrika, Kanada, Oman. Sie glauben an die heilenden Kräfte seiner Kräuter mindestens so sehr wie an seine Philosophie der Prävention.

Medizin aus Blüten
Madawas Praxis liegt in einem einstöckigen Gebäude im Norden von Sansibar-Stadt, umgeben von einer weißen Mauer und Papaya-Bäumen, die den Hühnern im Hof ein wenig Schatten spenden. Im engen Behandlungszimmer hat es an diesem Märzsonntag feuchte 35 Grad, der Ventilator hängt still an der Decke, seit Stunden ist auf der Insel der Strom ausgefallen.
Die junge Frau mit der tauben Wange fächert sich Luft zu. Madawa ruft seine Mitarbeiterin. Die Tür zum Nebenraum öffnet sich. Frauen sitzen dort auf dem Boden und mahlen Gewürze. Es riecht nach Kardamom. Die Mitarbeiterin bringt eine Plastikflasche mit einer zähen, dunkelbraunen Brühe. Gemahlene Samen des Johannisbrotbaums, Ingwer, Zimt, Minze, alles zerstoßen zu Pulver und gemischt mit Honig, erklärt Madawa. Ein Abführmittel. "Wenn mit Ihrem Ernährungskreislauf wieder alles stimmt, dann geht es auch bald der Wange besser."

Seit wann sich Mohammed Said Ali nur noch Madawa nennt, weiß er nicht mehr. Er hat nie daran gezweifelt, dass er irgendwann nur noch diesen einen Namen tragen würde wie sein Vater vor ihm und sein Großvater und dessen Großvater. In der fünften Generation sind die Madawas Medizinmänner. Ihre Medikamente gewinnen sie aus dem, was die Natur auf Sansibar wachsen lässt. Minze benutzt der Heiler als Antiseptikum, Ingwer als Schmerzmittel, Zimt als Aphrodisiakum, Zitronengras gegen Pilze und Infektionen. In Sansibar wachsen Safran, Kardamom, Pfeffer, Kokosnüsse. Aus den Früchten, Wurzeln, Schalen, Blüten und Knollen macht Madawa Tränke, Salben und Öle.

Heilung mit Aromatherapie
An diesem Sonntag hat er bereits einen dreijährigen Jungen mit Immunschwäche massiert wie er das seit sechs Tagen macht. Einem jungen Mann mit Erektionsproblemen hat er eine Flasche "natürliches Viagra" mitgegeben. Im Vorraum sitzt eine alte Frau, die sich von einem Schlaganfall erholt. Später an diesem Tag wird eine Frau vorbeikommen, gequält von Eifersucht, weil sich ihr Mann gerade eine zweite Ehefrau genommen hat. An manchen Tagen behandelt er 80 Patienten.
Für diese Menschen ist Madawa Arzt, Therapeut, Lebenshelfer. Wenn man ihm glaubt, dann ist er in all diesen Rollen ziemlich erfolgreich. Wenn man ihm nicht glaube, sagt er, solle man sich doch das Video von Suleiman anschauen. Als der Omaner vor zwei Monaten nach Sansibar gebracht wurde, war er geplagt von epileptischen Anfällen, sechs-, siebenmal am Tag krampfte sein Körper, manchmal bis zur Bewusstlosigkeit. So erzählt es Madawa und so erzählt es auch Suleiman.
Ärzte in Indien und Oman hatten seinen Schädel geöffnet und ins Hirn geschaut. Sie wollten operieren, wussten aber nicht was. Das Video zeigt einen 50-Jährigen, der gefüttert werden muss, der Mühe hat seinen Kopf zu heben, der sabbert und nicht allein laufen kann. Es zeigt einen 1,80 Meter großen Mann, der 32 Kilo wiegt.

Medizinmann als gefragter Redner
Heute läuft Suleiman durch die Praxis, begrüßt Patienten mit Handschlag, lächelt. Er isst mit Madawa zu Mittag, Maisbrei mit Fisch. Niemand muss ihm helfen. Suleiman sagt, Madawas Aromatherapie habe ihn gerettet.

Wenn es den Menschen in Sansibar schlecht geht, gehen sie zu Madawa. Wenn er nicht helfen kann, schickt er sie ins Krankenhaus. Bei den Ausländern sei es umgekehrt, sagt er. Viele gingen jahrelang von einem Spezialisten zum nächsten, ließen sich in vielen Ländern behandeln und wenn alles nichts bringe, dann kämen sie zu ihm. Oft mit Hautkrankheiten, mit chronischen Rückenschmerzen, mit Diabetes.
Madawa sagt: "Die könnten sich alle die Flugkosten sparen, wenn sie vorher auf sich geachtet hätten." Er ist überzeugt davon, dass ein Mensch nicht krank wird, wenn er zwei Dinge beachtet. Regelmäßiger Sex sorge dafür, dass sich die Hormone nicht anstauten (Madawa hat vier Frauen und 39 Kinder). Noch wichtiger sei die richtige Ernährung. Wie die aussieht, predigt er seit Jahren auf Vorträgen in New York, Rotterdam und Berlin. Und er erklärt es täglich seinen Patienten in Sansibar, heute der Frau mit der tauben Wange.
Er nimmt ein Blatt Papier und malt einen Kreis darauf. Dann zieht er drei Linien hindurch, so dass sechs gleichgroße Teile entstehen, die er beschriftet: Luft. Wasser. Früchte. Gemüse. Reis/Bananen. Fisch/Fleisch. All das brauche der Körper, sagt Madawa. Von allem ein bisschen. Nichts anderes. Sein Vater, erzählt er der Frau, habe nach diesem Prinzip gelebt und sei 122 Jahre alt geworden. Madawa ist jetzt 63. Krank sei er noch nie gewesen.          Von Bastian Berbner, Sansibar-Stadt

Quelle: Der Spiegel